Mut zur Veränderung

In den letzten Monaten hab ich mir viele Gedanken gemacht. Es war keine einfache Zeit, gespickt mit einigen Veränderungen für Leo und mich, die sich zwar anbahnten, dennoch waren wir nicht darauf vorbereitet. Wie das Leben halt so spielt, heißts ja so schön…

Mit Veränderungen meine ich Dinge, die unser Leben mehr oder weniger stark beeinflussen: ob im positiven oder negativen Sinn, wie beispielsweise Jobverlust oder Jobwechsel, Beziehungsanfang oder dessen Ende, Todesfall eines geliebten Mitmenschen oder der Einzug eines neuen Familienmitglieds in Form eines Babys/weiteren Haustieres,.. etc. Insbesondere die nicht so angenehmen Veränderungen sind für viele Menschen schwer zu verdauen – selbst für hoffnungslose Optimisten. 🙂 Dennoch können wir Menschen bewusst Entscheidungen treffen um etwas zu verändern. Und wenn nicht freiwillig geschehen, sprich aus heiterem Himmel kommend, so kann man zumindest die Dinge reflektieren oder zum Beispiel mit Freunden darüber sprechen.


Doch für einen Hund ist mehr oder weniger plötzlich alles anders.
Er versteht nicht warum dieses oder jenes passiert. Er kann es nicht nachvollziehen. Besonders für unsichere Hund sind strukturierte Tagesabläufe, sowie Rituale ein essenzieller Faktor in ihrem Leben. Für sie gibt es nichts schlimmeres als in Erwartungsunsicherheit zu leben, also nicht zu wissen was als nächstes passiert. So kann beispielsweise der Urlaub, der für uns in der Regel Entspannung bedeutet, für manche Hunde stressig sein. Denn im Urlaub ist nun mal vieles anders als im normalen Tagesgeschehen. Da kann allein schon der Ortswechsel und somit der Verlust der gewohnten Umgebung den Hund verunsichern.

Wie kann nun ein Hund auf Veränderungen reagieren? Häufig sind Hunde unruhiger, sie zeigen vermehrt Beschwichtigungssignale oder zum Beispiel aufmerksamkeitsheischendes Verhalten. Letzteres kann sich durch besondere Anhänglichkeit äußern und sich im schlechtesten Fall zur Trennungsangst entwickeln. Frühere Verhaltensprobleme, die kein Thema mehr waren, können wieder vermehrt gezeigt werden. Veränderungen können aber auch gesundheitliche Folgen mit sich bringen, wie etwa Verdauungsprobleme oder nahezu selbstzerstörerische Verhaltensauffälligkeiten, indem Hunde ihre Pfoten oder anderen Körperstellen intensiv belecken. Sogenannte Leckgranolome können dabei entstehen. Dies ist im Grunde auch ganz einfach erklärt, denn das Ablecken an sich beruhigt und der Hund schüttet dabei Hormone aus, die ihm ein gutes Gefühl geben und selbstbelohnend wirken. Nicht nur, dass dadurch offene Stellen entstehen können, so birgt diese Art der Verhaltensauffälligkeit insofern die Gefahr in weiterer Folge zum Teufelskreis zu werden.

Doch was tut man am Besten, wenn Veränderungen die Welt unseres Hundes auf den Kopf stellen? Schließlich kann man dem Hund ja auch nicht einfach sagen, was Sache ist.
Erfahrungsgemäß denke ich, dass man einen eigenen Weg finden muss um alles möglichst behutsam über die Bühne zu bringen.

– In erster Linie geduldig sein, dem Hund Zeit geben sich an die neue Situation zu gewöhnen.

– Bewusst Zeiten einführen, die nur dem Hund und Menschen gehören.

– Gleichzeitig auf viel Ruhe achten, um sich gemeinsam zu erholen.


– Sich als Hundehalter keinen Stress machen und auch auf sein Wohl schauen.

So einfach das klingt, ist es leider eh nicht. Glaubt mir, ich weiß wovon ich rede! 😉 Und man kann ja nicht aus seiner Haut raus, besonders wenns einem nicht so gut geht und man seinem „Grant“ freien Lauf lässt. Doch Vorsicht! Denn ein nicht zu unterschätzender Faktor ist der der Stimmungsübertragung. Verantwortlich sind dafür die sogenannten Spiegel­neuronen, die auch unsere Hunde besitzen. Diese speziellen Nervenzellen werden stimuliert und sind aktiv, wenn ein Lebewesen ein anderes bei einer Tätigkeit beobachtet. Die Handlung bzw. das Verhalten wird somit vom Gegenüber gespiegelt und spielen also auch bei der Nachahmung eine ­Rolle. Im Hinblick auf einen ohnehin gestressten Hundebesitzer, der dann auch noch bei der Begegnung mit einem anderen Vierbeiner auf der Straße unsicher und angespannt ist, ist es kein Wunder, wenn sich das auf den eigenen Hund überträgt und sich sicher dementsprechend verhält. Zu den körpersprachlich gezeigten Stresssignalen des Menschen kommt dann vielleicht noch die gespannte Leine, aber auch die bisherigen Erfahrungen spielen eine Rolle – bei Hund und Mensch.

Sollte es also bei euch mal turbulenter zu gehen oder sich etwas in absehbarer Zukunft verändern, bereitet euch vor und schaltet einen Gang zurück. Versucht es zumindest. Denn gehts dem Menschen gut, gehts dem Hund auch gut!


Mir hilft beispielsweise ein Ausflug in die Natur, in den Wald.. natürlich mit meinem kleinen hündischen Kraftquell‘ an meiner Seite. So ein Tag im Wald reduziert nämlich nachweislich Stresshormone und entspannt somit das Gemüt.

Also ab mit euch und euren Vierbeinern ins Grüne, an die frische Luft! Die nächsten Tage solls Schnee geben – umso besser! 🙂

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