Bürohund zu sein..

Bürohund zu sein ist eine tolle Sachekann aber auch anstrengend sein!

So cool wir es auch finden, wenn wir Hunde mit euch mit dürfen, ganz so entspannt läuft’s nicht immer ab. Denn wie heißt’s so schön? Jede Medaille hat zwei Seiten… aber lest selbst.

Ich weiß, wovon ich red‘. Denn in dem Bereich hab ich einige Jahre Erfahrung sammeln dürfen. Damals, als ich im Jahr 2011 zu meinem Frauli gekommen bin, war sie beim Privatfernsehen tätig. Im Vorfeld hat sie abgeklärt, ob ich denn mit darf.. da gab’s mich noch nicht mal. Ja, hat’s geheißen. Ein lieber Chef, der sich wenig aus Hunden machte, solang sie keine Kläffer und gut erzogen waren. Klingt ganz nach mir, nicht wahr!? 😉

So klein und schon Bürohund! (c)dogtome | www.dogtome.at

Nein, im Ernst. Wir hatten ein kleines Büro und da gab’s neben meinem Hundebett sogar eine eigene Couch, die ich auch benutzen durfte. Die damaligen Bürokollegen meines Frauli’s waren auch voll lieb, allen voran meine Tante Verena. Wenn Frauli ins Studio oder in die Regie musste, blieb ich bei Tante Petra. Zwischendurch gab’s kurze Gassirunden, ich war schließlich noch klein. Wenn die Tür offen war, hab ich mich manchmal still und heimlich aus dem Büro geschlichen um bei den anderen Redaktionen vorbei zu schauen. Sogar im Fernsehen war ich zu sehen. Ach, waren das noch Zeiten!

Frauli wechselte irgendwann den Job. Da gab’s in verschiedenen Büros dann schon mehrere Hunde – eine süße Hundedame und einen anderen Rüden mit dem ich zwar konnte, aber der mochte mich nicht besonders. Das war manchmal bissl mühsam, aber alles in allem eine ruhige Gschicht’, weil wir ohnehin meistens allein waren.

Das letzte Büro in das ich dann mit kam, war ein Großraumbüro. Ich war an sich echt gerne dort. Meine Tante Sophie wurde bald zu meiner persönlichen Geschirr-Auszieherin und verwöhnte mich mit Leckerlis. Insgesamt waren wir vier Menschen und ich. An sich super von der Größe her, doch dort war’s teils richtig stressig. Also eher laut und relativ viele Kunden bzw. Lieferanten kamen täglich bei der Tür rein. Manchmal war das echt ein Wahnsinn, da hab ich mich einfach aufregen müssen.

Frauli merkte immer mehr wie unentspannt ich war. Vor allem regte ich mich im Stadtverkehr über jeden Blödsinn auf. Manchmal hab ich es nicht mal vertragen, wenn mich zum Beispiel ein anderer Hund nur ein bissl zu lang fixiert hat. Eben der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Ich schüttelte mich oft um meine Anspannung zu lösen. Doch alles in allem war’s mir einfach viel zu viel. Frauli versuchte dem entgegen zu wirken und stellte mir neben meinem Hundebett auch eine Wutzeshöhle bereit, wo ich mir Auszeiten nehmen konnte. Sie spielte häufig klassische oder meditative Musik um die Atmosphäre etwas zu entspannen oder nahm mich oft nur halbtags mit. Das funktionierte auch besser. Doch irgendwann lag’s dann an der Allergie des Chefs, die etwas stärker wurde und so durfte ich gar nicht mehr mit. Während einer mehrwöchigen Übergangsphase, in der ich immer mehr zu Hause blieb, änderten sich somit auch Frauli’s Arbeitszeiten. So hatte sie beispielsweise eine ausgedehntere Mittagspause um mich von zu Hause für eine Gassirunde abzuholen. Mein damaliges Herrchen war beruflich auch eher flexibel, d.h. er konnte viel von zu Hause aus arbeiten und so war der schrittweise Übergang eigentlich ideal.

Schließlich waren wir nur noch zu zweit, mein Frauli und ich. Und Frauli kam jede Mittagspause um mich zu beschäftigen und auszuführen. Nach der Arbeit ging’s immer direkt auf die Donauinsel oder in den Prater, sozusagen unser Hirn auslüften. Ich denk es war für Frauli manchmal recht anstrengend, das alles unter einen Hut zu bringen. Doch letztendlich stellte mein Frauli fest, dass ich wesentlich entspannter war, seit ich nicht mehr mit ins Büro kam. Ich hab in dieser Zeit einfach zu wenig Schlaf bekommen, auch wenn’s fast nur Schnarchfotos von mir gibt. Die nicht zu unterschätzende Stimmungsübertragung spielte ebenso eine große Rolle. Viel vom stressigen Umfeld hab ich einfach wie ein Schwamm aufgesaugt. So sehr sich Frauli auch bemühte, es mir so angenehm und stressfrei wie möglich zu machen, so sehr hatte sie sich damit gestresst.

Heute ist alles anders. Auch wenn Frauli beruflich viel unterwegs ist, versucht sie sich etwa Außentermine immer möglichst gut einzuteilen, damit wir auch genug Zeit füreinander haben. Einen Teil ihrer Arbeit muss sie ja sowieso zu Hause erledigen. Home-Office sagt sie dazu. Also Buchhaltung, Trainings vor- bzw. nachbereiten, etc. Dabei helfe ich ihr natürlich so gut es geht.. und bin schlussendlich wieder ein halber Bürohund. Allerdings in den gemütlichen und entspannten eigenen vier Wänden. Aber auch das kann anstrengend sein, wie ihr sehen könnt.. 😉

Die Moral aus der Geschicht’? Bürohund zu sein ist super. Mir hat es im Großen und Ganzen echt getaugt. Mein Frauli hat das alles immer recht gut organisiert und zwischendurch für bürofreie Tage und ausreichend Auszeiten gesorgt. Dennoch war es anstrengender, als anfänglich gedacht. Wir Hunde sind nämlich hochsensible Wesen und kriegen mehr mit als ihr vielleicht denkt. Wenn wir wieder in die Situation kämen, Frauli würde mir das wohl nicht mehr so häufig zumuten wie früher. Sie spricht sich aber deshalb nicht per se gegen Bürohunde aus. Im Gegenteil: sie findet die Möglichkeit, seinen Hund mit zu nehmen, einfach großartig. Sie möchte jedoch gleichzeitig die Menschen möglichst gut darauf vorbereiten und dafür sensibilisieren. Sie hat schließlich beim besten Lehrmeister gelernt. Drei Mal dürft ihr raten, von wem ich spreche!? Ähem… 😉

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