Wie lange KANN man seinen Hund alleine lassen?

Eine Frage mit der ich häufig konfrontiert werde, wenn es darum geht dem Hund das Alleine Bleiben beizubringen, ist die nach der Zeitdauer. Meine Antwort ist meist: Es kommt drauf an.

Wir gehen mal davon aus, dass der Hund damit kein Problem hat, wenn seine Menschen die Wohnung ohne ihn verlassen. Der Hund hat also gelernt regelmäßig eine gewisse Zeit alleine zu bleiben. 

Ich bin der Meinung, das sollte ein Hund auch unbedingt lernen bzw. können. Selbstverständlich lasse auch ich meinen Hund regelmäßig alleine, schließlich muss ich meiner Arbeit nachgehen und nehme ihn nur zu ausgewählten Trainings mit. Wenn es um einen Besuch ins Restaurant geht, einen Kinoabend oder ein Treffen mit Freunden in der Stadt: auch bei Freizeitaktivitäten ist mein vierbeiniger Liebling nur selten mit von der Partie. Nicht weil ich ihn nicht dabei haben möchte, doch ich denke, ein Hund braucht auch mal Pause und muss seinen Menschen nicht überall hin mit begleiten. Außerdem ist es oftmals stressfreier – für Hund und Mensch – wenn der Vierbeiner zu Hause bleibt, wie wenn er ins Lokal mitgenommen wird, wovon unsere Hunde schon gar nichts haben. Und da dies in meinem Fall sowieso nicht jede Woche Programm ist, hält es sich somit in Grenzen. Zumal ich meine Terminplanung in beruflicher als auch privater Hinsicht, sehr wohl überlege und so einteile, dass Leo nicht zu lange am Stück alleine sein muss. (Anm.: Das gestellte Symbolfoto meines vor der Tür wartenden Leos zeigt genau das Gegenteil und dient lediglich zur textlichen Auflockerung! 😉 )

Wie lange kann man seinen Hund nun alleine lassen?

Vier bis allerhöchstens sechs Stunden finde ich persönlich in Ordnung. Darüber hinaus ist es schon bedenklich. Bei längeren Zeitspannen ist es dennoch ratsam einen vertrauensvollen Hundesitter bei der Hand zu haben

Die schrecklichsten Vorstellungen sind mir leider schon zu Ohren gekommen. Die schlimmste Aussage: „So etwa elf Stunden.“ Aufgrund meines entsetzten Gesichtsausdrucks wurde gleich der Satz nachgeschossen, dass „in dieser Zeit eventuell jemand vorbei kommt um mit dem Hund zu gehen.“ Ich bin schockiert.

Nein, eigentlich bin ich verärgert, wenn Menschen so etwas tatsächlich von ihrem Vierbeiner abverlangen. Die Aussage „Da muss er halt durch“ macht es nicht besser. Im Gegenteil, da werd ich erst recht grantig. Verantwortungslos find ich so etwas, unüberlegt und schlichtweg egoistisch. 

Ich frage mich dann, ob das Menschen ernst meinen und tatsächlich von ihren Haustieren erwarten. Dann kommen die Argumente von wegen der lieben Arbeit. Ja klar muss man seinem Job nachgehen. Natürlich hat nicht jeder kurze Dienstzeiten im Sinne und zum Wohle seines tierischen Gefährten. Doch dann muss ich mir eine Alternative überlegen. Einen Hundesitter oder eine Tagesbetreuung zum Beispiel. Und wenn das finanziell nicht drinnen ist, dann muss man sich jobtechnisch eben etwas suchen, wo es doch möglich ist. Ich weiß wovon ich spreche, denn bevor ich Hundetrainerin geworden bin, habe ich mein berufliches Vorleben nach meinem Hund ausgerichtet. Ich mag keine halben Sachen. Entweder ganz oder gar nicht.

Wenn man dazu nicht in der Lage oder bereit ist, dann muss man – so hart das jetzt klingen mag – eben auf einen Hund verzichten. Es bringt schließlich nichts, wenn dieser die meiste Zeit alleine verbringen muss und keine Ansprache hat. Freunde mach ich mir mit dieser Aussage vielleicht keine, aber ich will hier nichts schön reden. Außerdem muss man ja nicht meiner Meinung sein. Ich würde mir nur wünschen, einen Denkanstoß zu geben, was unsere Hunde denn nicht noch alles (uns zuliebe) mitmachen müssen. Letztlich kommt es darauf an, die ohnehin viel zu kurze gemeinsame Zeit mit seinem treuen, tierischen Wegbegleiter jede Minute zu genießen.

Oder warum hast DU einen Hund? 😉

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