Die Sache mit dem Belohnen..

Eine herrlich duftende Käse-Wolke macht sich in der Küche breit.. Frauli bäckt trotz der warmen Temperaturen zwei Blech Käse-Leinsamen-Kekse. Und die sind alle für mich. Eh klar.

Wenn es um Belohnungen geht, da kann ich mich wirklich nicht beschweren. Frauli geizt nicht mit schmackhaften und vor allem abwechslungsreichen Leckereien, die ich mir – ob im Training oder einfach beim normalen Gassigehen – verdiene.

Und damit meine ich tatsächlich das Wort „verdiene“.

Speziell an Tagen, an denen ich nicht so gut drauf bin, bedeuten für mich manche Begegnungen mit hündischen Erzfeinden, dem einen oder anderen laut brummenden Moped oder dunkel gekleideten Männern mit Hut schlichtweg ARBEIT. In solchen Situationen meine Impulse zu kontrollieren, mich also nicht darüber aufzuregen, sondern ruhig zu bleiben, ist anstrengend. Auch wenn ich ein mehr oder weniger gemütlicher Zeitgenosse bin, so stecken schließlich die wilden Terrier-Gene in mir. Und Terrier reagieren nun mal auf Reize, wovon ich manche einfach salopp gesagt scheiße finde. Wenn man, so wie ich etwa, mitten in der Stadt lebt, wo das Treiben auf der Straße in den letzten Jahren wirklich zugenommen hat, so kann man mich noch besser verstehen.

Während ich früher wie der Oberprolet losschimpfen musste, wenn mir einer der eben genannten Reize zu nahe kamen, hab ich gelernt damit umzugehen. Stattdessen bleib ich ruhig, schau mein Frauli an und bekomme dafür einen Keks. Für Frauli ist das nicht selbstverständlich. Sie findet, dass ich in solchen Situationen großartig bin. Weil sie eben weiß, wie es mal war und mir die Leistung, eben nicht zu explodieren, hoch anrechnet.

Und dafür werd’ ich letztlich belohnt.

Wie ihr ja schon aus dem Wort BeLOHNung rauslest, ist für uns Hunde so ein Keks im wahrsten Sinne des Wortes der LOHN fürs Arbeiten.

Belohnungen sind etwas Fantastisches! Sie schmecken vorzüglich und lösen deshalb bei mir ganz positive Emotionen aus. Und die Lust auf mehr motiviert natürlich obendrein ungemein. Das Zusammenarbeiten mit Frauli macht so doppelt so viel Spaß.

Letztens wurde Frauli gefragt, wann man denn mit dem Belohnen aufhören kann? Weil immer einen Keks mitzuhaben sei nicht möglich oder man denkt nicht jedes mal dran.

Jetzt sag ich euch mal was, das mir dazu einfällt. Und frage euch: Wenn ihr eure Arbeit gut verrichtet, kriegt ihr ja auch eine Belohnung in Form von Geld auf euer Bankkonto. Ihr macht das ja auch nicht gratis. Oder was würdet ihr sagen, wenn euer Chef die Belohnung auf einmal einstellt!? Oder sagt, er habe nicht an die Überweisung gedacht und das sei ihm zu mühsam? „Der soll das nicht wegen dem Leckerli machen, sondern wegen mir!“ ist auch eine interessante Aussage. Nehmts euch bitte nicht so wichtig, ihr Menschen. 😉

Ähnlich ist es mit dem stimmlichen Lob. Wir treffen oft witzige Menschen beim Spaziergang. Und mir fällt echt häufig auf, dass ihr Menschen euch schwer tut eure Vierbeiner zu loben, geschweige denn mit ihnen zu kommunizieren. Ich denke, Menschen hören sicher auch gerne, wenn sie etwas gut machen, stimmts? Aber aus irgendeinem Grund wird vieles als selbstverständlich angesehen und nicht mal durch ein verbales Lob gewürdigt. Und da red ich nicht von Leckerlis, die man vielleicht nicht mit hat.

Wisst ihr was? Frauli hat NIE aufgehört mich zu belohnen und hat das auch nicht vor. Und gelobt werd ich auch nach wie vor mit großer Freude und Stolz, wenn ich was gut mach. In diesem Sinne: ein Hoch auf all die Belohnungen und Lobhudeleien des Lebens.

So, die Kekse sind fertig! Die müssen jetzt erst mal verkostet werden.. und wer kann das besser als meine Wutzigkeit!?

Eben! 😉

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