Hilfe, es geht zum Tierarzt/Hundefriseur!

In letzter Zeit hör’ ich immer wieder Geschichten über Hunde, die leider keine guten Erfahrungen beim Tierarzt oder Hundefriseur gemacht haben. Besonders schockiert hat mich die Erzählung von Hundehalter Josef, dessen Hund vom Tierarzt hysterisch angeschrien wurde, weil er beim Blutabnehmen nicht gleich still halten wollte. Josef hat daraufhin den Tierarzt gewechselt – zu Recht. Nichts rechtfertigt so ein Verhalten.

Im Gespräch hat Josef gemeint: “Aber eigentlich geht doch kein Hund gerne zum Tierarzt oder zum Hundefriseur, oder?” Zu besagtem Tierarzt bestimmt nicht. Aber die Aussage lass’ ich per se so nicht gelten. Es kommt immer drauf an, wie es aufgebaut wird und was der Hund damit verknüpft hat. Einen möglichst stressfreien Besuch beim Tierarzt kann Hund nämlich lernen. Natürlich gibt es auch Unterschiede im Bezug auf die Natur des Hundes – manche sind sensibler und zum Beispiel trotz positivem Aufbau empfindlicher bei Berührungen oder behalten den Tierarzt ganz genau im Auge.

Um noch einmal auf Josef’s Beispiel zurück zu kommen: Leider handelt nicht jeder Hundehalter so wie er und es wird also normal angesehen, dass Hund zitternd in die Situation gezwungen wird oder mit sonstigem Meideverhalten reagiert. Also wenn der Hund sich dagegen sträubt die Praxis/den Salon zu betreten oder sogar die Straße und nähere Umgebung, in der sich der für ihn unangenehme Ort befindet, verweigert und beschwichtigendes Verhalten zeigt. Das Ganze geht sogar soweit, dass Hunde dann hineingetragen oder gezogen werden. Zumindest glauben das manche Besitzer tun zu müssen. Da frag’ ich mich halt, ob es das echt wert ist, sich das Vertrauen seines Hundes so zu ruinieren? Und ob ich mir da nicht außerdem noch die Frage stellen sollte, warum dieses Meideverhalten so heftig ist und ob ich ruhigen Gewissens meinen Hund in solche Hände geben möchte?

Darum hab ich nur ein Anliegen an euch, liebe Hundehalter!
Seid kritisch und versetzt euch in die Situation eures Hundes. Versucht es mit seinen Augen zu sehen. Würdet ihr euch wohl fühlen!? Wie wollt ihr behandelt werden und vor allem wie NICHT? Hinterfragt solche Szenarien, schützt euren Hund und setzt euch für ihn ein. Ihr seid sein Sprachrohr und für ihn verantwortlich. Macht es also wie Josef!

Am Besten sagt auch gleich eure Meinung und warum ihr den Tierarzt/Hundefriseur wechselt. Und sprecht mit anderen darüber. Setzt euch mit einem kompetenten Hundetrainer in Verbindung und arbeitet daran, wenn Verhaltensprobleme selbst beim liebsten Tierarzt/Hundefriseur der Welt auftreten, weil eben negative Vorerfahrungen im Raum stehen. Nehmt es nicht so hin, sondern helft eurem Hund wieder mehr Vertrauen zu fassen.

Ein respektvoller und liebevoller Umgang gegenüber eurem hündischen Liebling sollte das Mindeste sein.. ist das nicht der Fall, so hat der Tierarzt/Hundefriseur einfach den falschen Job.

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